Unser Verein
Tradition, Qualität und Leidenschaft für erstklassigen Honig aus dem Mostviertel.
Ursprung & Geschichte
Die Geschichte und Namensherkunft der Zeidlerei

Von Adam Gottlob Schirach (1724—1773) – A. G. Schirach. >> Waldbienenzucht<< (1774) Datei:Waldzeidlerei.png., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74474771
Das Wort kommt vom lateinischen „excidere“ („herausschneiden“) über das altdeutsche „zeideln“ („Honig schneiden“). Schneiden deshalb, weil hier – anders als heute – die gesamte Honigwabe entnommen (erbeutet) wurde; dabei war der Fortbestand des Bienenvolkes nachrangig. Honig und Wachs konnten sofort verwertet und weiterverarbeitet werden.
Der Zeidler oder Zeitler, dessen Beruf sich bereits im Frühmittelalter nachweisen lässt, sammelte den Honig wilder, halbwilder oder domestizierter Bienen in den Wäldern. Er hielt, anders als der Imker im heutigen Sinne, die Bienen nicht in gezimmerten Bienenstöcken oder Bienenkörben. Man hieb alten Bäumen künstliche Höhlen (Beuten) in etwa sechs Meter Höhe ein und versah den Eingang mit einem Brett, in das ein Flugloch eingebracht war. Ob eine Beute von Bienen beflogen wurde oder nicht, hing ganz vom natürlichen Umfeld ab und wechselte jedes Jahr. Auch entwipfelte man die Bäume, um dem Windbruch vorzubeugen.
Die Zeidler bildeten Zünfte mit bestimmten Rechtsgebräuchen und übten eine eigene niedere Gerichtsbarkeit aus. Bereits 1296 lässt sich für die Zeidler in Feucht die eigene Gerichtsbarkeit und ein eigener Zeidelmeister nachweisen. Die eigene Gerichtsbarkeit wurde in der reichsunmittelbaren Privilegierung durch Kaiser Karl IV. in seinem „Zeidel Fryheit Brieff“ aus dem Jahre 1350 niedergeschrieben. Darin wurden die Zeidler mit der eigenen Gerichtsbarkeit belehnt.
Als äußeres Zeichen dieser Privilegierung führten ihre Vorsteher (Starosten) einen weißen Stab, die Zeidler erhielten die (in den damaligen Wäldern durchaus nötige) Erlaubnis zur Führung einer Waffe (der Armbrust) und trugen eine spezifische grüne Tracht mit der typischen langen Zipfelmütze (siehe hierzu das Zeidlerwappen am Zeidelschloss in Feucht und verschiedene Lebkuchenpackungen). Dafür mussten die Zeidler den Kaiser sicher durch den Nürnberger Reichswald geleiten und einige Zentner Wachs pro Jahr an den Stephansdom in Wien liefern und noch einige Dinge mehr.
Interessanterweise wurde dieses Privileg (das Zeidelrecht) nie eigens aufgehoben, auch nicht durch die rechtliche Neugestaltung der Weimarer Republik, theoretisch gilt es also heute noch. Ein rechtlicher Nachhall dieses Privilegs findet sich noch heute im BGB mit seinen Bienenparagraphen.
Unsere Betriebe
Anna Entner
Neustadtl/Donau 2017
Franz Schörghuber
Biberbach
Franziska Pechhacker
Aschbach
Günther Winkler
Wallsee
Helmut Gebetsberger
Ferschnitz
HR DI Dr. Josef Rathbauer
Steinakirchen 2019
Josef Stiebellehner
Wolfsbach
Karl Flechsel
Ferschnitz
Leopold Schalhas
Wolfpassing 2021, 2023
Margarete Reiter
Neustadtl/Donau
Michael Pirker
Neustadtl/Donau
Robert & Sigrid Hagen
Winklarn
Susanne & Thomas Pfaffeneder
Zeillern 2016
Gegenwart
Die Zeidler im Mostviertel – Tradition in der Gegenwart
Im Herbst 2015 wurde die Gemeinschaft der Zeidler im Mostviertel zunächst als ARGE gegründet. Drei Jahre später folgte die offizielle Vereinsgründung. Ziel war es von Beginn an, hochwertige Imkereiprodukte regional zu erzeugen und gemeinsam sichtbar zu machen – getragen von klaren Qualitätskriterien und gegenseitiger fachlicher Verantwortung.
Wer Mitglied der Zeidler wird, legt einen Eid ab. Dieser Eid verpflichtet dazu, die Imkerei hochzuhalten, sich definierten Qualitätsstandards zu unterwerfen und die gemeinsame Marke verantwortungsvoll zu vertreten.
Als sichtbares Zeichen dieser Verbindung von Tradition und Gegenwart steht der Zeidlermeisterstab – in Anlehnung an den historischen weißen Stab der Zeidler. Er symbolisiert Verantwortung, Gemeinschaft und die bewusste Weiterführung eines alten Handwerks in moderner Form.
Die heutigen Zeidler verbinden damit historisches Erbe, regionale Identität und zeitgemäße Imkerei im Mostviertel.
„Honig süß!“
Der traditionelle Zeidler-Gruß

© Helmut Gebetsberger
Gemeinschaft
Mitglied werden bei den Zeidlern
Die Zeidler im Mostviertel stehen für Qualität, Verantwortung und gelebte Gemeinschaft. Wer sich mit den Werten regionaler Imkerei identifiziert, hohe Qualitätsstandards einhalten möchte und den fachlichen Austausch mit engagierten Kolleginnen und Kollegen sucht, findet in den Zeidlern eine starke Plattform.
Eine Mitgliedschaft bedeutet mehr als ein gemeinsames Wappen. Sie steht für Transparenz in der Produktion, Respekt gegenüber Bienen und Natur sowie für die Bereitschaft, die Imkerei als Handwerk mit Zukunft weiterzuentwickeln. Regelmäßige Treffen, fachlicher Austausch und gemeinsame Auftritte stärken sowohl den einzelnen Betrieb als auch die Marke der Zeidler im Mostviertel.
Interessierte Imkerinnen und Imker, die diesen Weg mitgehen möchten, sind eingeladen, Kontakt aufzunehmen und sich über die Voraussetzungen einer Mitgliedschaft zu informieren. Wir freuen uns stets über Unterstützung und neue Impulse!

